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RKW (Religiöse Kinderwoche)-Fahrt
(6.1.-11.1.2008)
nach Wechselburg: "Elisabeth, weil du es
bist…"
Im Mittelpunkt stand im
vergangenen Jahr aus aktuellem Anlass die Hl. Elisabeth von Thüringen, die vor
800 Jahren in Ungarn geboren wurde. Als Landgräfin von Thüringen wurde sie zur
richtungsweisenden Gestalt für viele und zu einer der beliebtesten Heiligen der
katholischen Kirche. Schon kurz nach ihrem sehr frühen Tod 1231 begann die
Verehrung dieser Frau, die sich in ihrem Leben entschieden zu den Armen und zu
Christus, dem sie in ihnen begegnete, hingewandt hatte. Dafür nahm sie auch
Entbehrungen und die Vertreibung von der Wartburg in Kauf. Sie starb in dem von
ihr gegründeten Franziskushospital in Marburg und ist in der Elisabethkirche
dort auch beerdigt.
Eingeladen, der Hl. Elisabeth auf
ihren Wegen nachzugehen, widmeten wir uns auf der diesjährigen RKW-Fahrt diesem
Thema.
Am Sonntag, den 6.1., ging es
nach der Familienmesse und einem guten Mittagessen auf den Weg ins
Benediktiner-Kloster nach Wechselburg in Sachsen. Wir waren 10 Jungen und 5
Mädchen ( 8-12 Jahre alt), 5 Teamer, Herr Pfarrer Schlosser und Frau Bastini.
Nach einer 4 stündigen,
aufregenden Busfahrt kamen wir pünktlich zum Abendessen im Kloster an. Wir
wurden freundlich vom Pater Georg empfangen, der für das Jugend- und
Familienhaus der Benediktiner zuständig ist. Den ersten Abend ließen wir mit
Kennlernspielen ausklingen und begannen die Nacht mit einem Abendimpuls im
Meditationsraum.
Leider mussten wir am
Montagmorgen einen Jungen wegen Fieber und Unwohlsein von seinen Eltern abholen
lassen.
Der Montag hatte das Thema: "Ich
lasse dich nicht allein." Wir betrachteten die Taufe und ihre Symbole näher.
Wir beschrifteten zum Beispiel zwei Kerzen, schrieben Briefe an unsere Taufpaten
und betrachteten Bibeltexte. Wir stellten fest, dass Menschen einander begleiten
und helfen. So bekam jedes Kind eine Aufgabe, der es während der Fahrt
nachzugehen hatte: Einige bereiteten den Morgen- oder Abendimpuls vor oder
halfen beim Bereitstellen der Materialien. Andere sorgten dafür, dass immer alle
pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt erscheinen, dass das Licht beim Verlassen
des Raums gelöscht wird oder u.a. das Geschirr nach dem Essen abgeräumt wird.
Auf diese Weise waren alle Kinder in die Organisation eingeschlossen und konnte
sich mit einbringen. Jeder nahm seine Aufgabe erstaunlicherweise sehr ernst.
Am Dienstag stand das Thema "Ich
salbe dich" im Mittelpunkt. Wir
stellten Öle her, bastelten Kronen und analysierten Bibeltexte. Außerdem machten
wir einen ausgiebigen Spaziergang durch den nahe gelegenen Park zu dem Fluss
"Mulde". Dort ließen wir selbst hergestellte Schiffchen und gebastelte
Katamarane fahren. Am Abend nahmen wir in der romanischen Basilika mit den
Mönchen an der Komplet teil. Anschließend erfuhren wir durch eine Führung alles
Wichtige und Interessante über die Kirche (um 1170 erbaut aus dem weltbekannten
Porphyr-Stein aus den Rochlitzer Bergen).
Ihr Wissen konnten die Kinder am
nächsten Tag (Mittwoch) bei einem Geländespiel in und um die Basilika unter
Beweis stellen. Zum Thema "Du bist mein geliebtes Kind" stellten wir aus
einer lufthärtenden Modelliermasse kleine Weihwasserschälchen her und
betrachteten ausgewählte Bibeltexte näher. .
Der Donnerstag stand unter dem
Motto "Ich kleide dich".
Wie jeden Morgen hörten die Kinder von den Teamern ein Anspiel, in dem die
Thematik des Tages deutlich wurde. So erfuhren sie, dass die Heilige Elisabeth
ihr Essen und ihre schönen Kleider gern an die Armen abgegeben hat.
In diesem Zusammenhang traf es
sich gut, dass Pater Georg für uns Zeit hatte. Die Kinder stellten mit großer
Begeisterung viele Fragen. Wir erfuhren viel über das Leben im Kloster, warum
P.Georg in den Orden eingetreten ist und welche besondere Kleidung er trägt
(Habit). Außerdem besichtigten wir ein Heimatmuseum, in dem die Kinder alte
Nähmaschinen, Waschmaschinen u.ä.m. aus dem 15. Jahrhundert ausprobieren
konnten.
Anschließend startete die große
"Saujagd", ein Geländespiel auf dem Hof des Klosters, bei dem die Kinder u.a.
Fragen zum Thema der RKW-Fahrt beantworten mussten.
Am letzten Abend durfte jeder
zeigen, was er kann: Ein kleines Programm wurde aufgestellt, an dem sich jeder
beteiligte. Zu Beginn lauschten wir dem Flohwalzer auf einem Klavier. Es folgten
selbst ausgedachte Raps und Theaterstücke, Witze, Solo-Gesänge, sportliche
Auftritte und das Erzählen von Märchen. Wir hatten alle viel Spaß und Freude
beim Vorführen und Zuschauen. Doch der Abend war noch nicht zu Ende! Wir traten
noch eine 2stündige, abenteuerliche Nachtwanderung mit Fackeln an - so richtig
mittelalterlich eben. Danach fielen alle müde ins Bett.
Während der gesamten Fahrt kam
die Freizeit bei den Kindern nicht zu kurz: Sie hatten in vielen Pausen oft die
Möglichkeit, Tischtennis, Gesellschaftsspiele oder Fußball zu spielen.
Am Freitag besichtigten wir auf
der Rückfahrt nach Berlin das Schloss Rochlitz und wurden in mittelalterliche
Schlosskapellen und Schlossküchen, dunkle Verliese und Folterkammern geführt.
Um 16.30 Uhr kamen wir alle
freudig mit vielen schönen Erinnerungen, interessanten Eindrücken und erfülltem
Herzen von der Fahrt zurück.
Wir Betreuer waren alle sehr
froh, dass die Fahrt so reibungslos und gut verlaufen ist. Lag es daran, dass
wir in einem Benediktiner-Kloster untergekommen waren und "Immer >Einer<
mitorganisiert und geholfen hat"?!
Papst Benedikt XVI.: "Wer glaubt
ist nie allein!"
Katharina Schulte (Teamerin)
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